Teil1 - Vorwort // "Randau - Gut und Dorf in Vorzeit und Gegenwart" von Max Hennige

Datur in eadem insula, villa antiquissima, Randau, munitissimo olim castro, nunc suis ruderibus noscendo, clara, ipsa amoena inter vireta sita.

Es liegt auf dieser Insel anmutig mitten im Grün ein uraltes Dorf, Randau genannt. Berühmt war einstmals seine starke Burg. Doch heute sieht man nur noch ihre Trümmer.

Mit diesen knappen, fast 200 Jahre alten Worten stellt sich dem Leser dieses Buches ein schlichtes Landkind vor, ein waldumfangenes, liebliches Kunstwerk der Göttin Natur. Manch Ernstes – Leiden und Kampf aus Jahrhunderten – meldet von ihm die Mär. Doch dann – nach Elend und Not – lacht wieder die Sonne glücklicher Zufriedenheit aus diesem stillen Winkel, den schirmend Mutter Elbe mit ihren beiden Armen umfängt, Schutz spendend gegen der Großstadt unruhvolles Getriebe. Im Norden der Kreuzhorst 500jährige Eichen und lauschende Gründe im dornigen Hag, wo sich’s ruhen und träumen lässt von einem Frieden, den die Welt nicht geben kann, – im Nordwesten die „Kienen“, die Kiefernwaldung mit ihrem würzigen Duft und ihrem eintönig ernsten Rauschen, das den Wanderer lockt, auf einsamen Pfaden Ruhe zu finden von aller Unrast und Plage des leidvollen Lebens , – im Osten die alte Elbe: geheimnisvoll flüstert und raunt hier das Ried, als suchte es Scheu manch Geheimnis zu bergen, und zittert vor dem rauhen Nordost, der jenseits von Calenberge her weht; – im Südosten grüßen die grünenden Forste von Elbenau und Grünewalde, – und aus diesem waldreichen Rahmen blinkt uns, still umträumt von buntschimmernden Triften, das friedliche Dörflein und zugleich der Wohnsitz der Patronatsfamilie mit seinem altherrlichen Parke entgegen. Im Westen winken jenseits des Dampfer und Lastkähne tragenden Stromes die Sohlener Berge. Daneben zur Linken Frohse und das uralte Schönebeck mit seinen Türmen und rauchenden Essen. Zur Rechten aber – an stillen Tagen dem geübten Ohre vernehmbar – die hämmernden, rasselnden, keuchenden Vorposten Westerhüsen- Salbke, die Magdeburgs Riesenleib jetzt auch zu seinen Gliedern zählt. Und das alles erhöht nur das Gefühl umfriedeter Weltferne und traulicher Abgeschiedenheit. Fern von üppigem Leben und der Großstadt lockendem Reiz wohnen unserer Bauersleute hier in ihren schmucken, hellfarbigen Häusern. Kein leichtes Dasein ward dem Landwirt beschieden im Kampfe um den nicht immer gewissen Ertrag der eigenen oder gepachteten Scholle. Ernste, harte Arbeit und unermüdlicher Fleiß, gepaart mit schlichter Lebensart und weiser Sparsamkeit, haben ein kerniges und selbstbewusstes Geschlecht erstehen lassen. Die Häuser bieten der Erinnerungen an längst verklungene Zeiten gar viel. 

Berühmt war einstmals seine starke Burg. Doch heute sieht man nur noch ihre Trümmer. Mit diesen knappen, fast 200 Jahre alten Worten stellt sich dem Leser dieses Buches ein schlichtes Landkind vor, ein waldumfangenes, liebliches Kunstwerk der Göttin Natur. Manch Ernstes – Leiden und Kampf aus Jahrhunderten – meldet von ihm die Mär. Doch dann – nach Elend und Not – lacht wieder die Sonne glücklicher Zufriedenheit aus diesem stillen Winkel, den schirmend Mutter Elbe mit ihren beiden Armen umfängt, Schutz spendend gegen der Großstadt unruhvolles Getriebe. Im Norden der Kreuzhorst 500jährige Eichen und lauschende Gründe im dornigen Hag, wo sich’s ruhen und träumen lässt von einem Frieden, den die Welt nicht geben kann, – im Nordwesten die „Kienen“, die Kiefernwaldung mit ihrem würzigen Duft und ihrem eintönig ernsten Rauschen, das den Wanderer lockt, auf einsamen Pfaden Ruhe zu finden von aller Unrast und Plage des leidvollen Lebens , – im Osten die alte Elbe: geheimnisvoll flüstert und raunt hier das Ried, als suchte es Scheu manch Geheimnis zu bergen, und zittert vor dem rauhen Nordost, der jenseits von Calenberge her weht; – im Südosten grüßen die grünenden Forste von Elbenau und Grünewalde, – und aus diesem waldreichen Rahmen blinkt uns, still umträumt von buntschimmernden Triften, das friedliche Dörflein und zugleich der Wohnsitz der Patronatsfamilie mit seinem altherrlichen Parke entgegen. Im Westen winken jenseits des Dampfer und Lastkähne tragenden Stromes die Sohlener Berge. Daneben zur Linken Frohse und das uralte Schönebeck mit seinen Türmen und rauchenden Essen. Zur Rechten aber – an stillen Tagen dem geübten Ohre vernehmbar – die hämmernden, rasselnden, keuchenden Vorposten Westerhüsen- Salbke, die Magdeburgs Riesenleib jetzt auch zu seinen Gliedern zählt. Und das alles erhöht nur das Gefühl umfriedeter Weltferne und traulicher Abgeschiedenheit. Fern von üppigem Leben und der Großstadt lockendem Reiz wohnen unserer Bauersleute hier in ihren schmucken, hellfarbigen Häusern. Kein leichtes Dasein ward dem Landwirt beschieden im Kampfe um den nicht immer gewissen Ertrag der eigenen oder gepachteten Scholle. Ernste, harte Arbeit und unermüdlicher Fleiß, gepaart mit schlichter Lebensart und weiser Sparsamkeit, haben ein kerniges und selbstbewusstes Geschlecht erstehen lassen. Die Häuser bieten der Erinnerungen an längst verklungene Zeiten gar viel.