Wir über uns

Die Jagd

Jagd und Fischerei standen seit der Inbesitznahme durch das Kloster bis zur Freigabe um 1871 dem Kloster Berge, beziehungsweise der Kloster Bergischen Stiftung zu. Auch nach der Separation von 1847 stand das Jagdrecht dem Kloster zu. Erst mit der Ablösung der alten Verpflichtungen der einzelnen Höfe an Kirche und Kloster ging auch das Jagdrecht an die Grundeigentümer über. Laut Martin Kahlo erfolgte die Ablösung der Reallasten, also die Verpflichtung zur Lieferung von Korn, Brot und Eiern in Geldwerte 1879. Die Freigabe des Jagdrechtes erfolgte aber bereits in Jahr 1871.

Wer in der darauffolgenden Zeit nach 1871 die Jagd in unserer Gemarkung ausgeübt hat, lässt sich heute nicht mehr eindeutig ermitteln. Nach dem Ersten Weltkrieg war ein Jäger Rasche aus Eggersdorf Jagdpächter gewesen. Anschließend war die Jagd an den Magdeburger Geschäftsmann Ernst Louis Seemann verpachtet.

320 Hektar Niederwildjagd mit Rehwild, Fuchs und Dachs, Hase, Ente und Rebhuhn, dazu die Marder mit weißer und goldener Kehle.

Nichts für hohe Ansprüche, aber eingerahmt vom alten Flußbett der Elbe, das bis zur Mitte ebenfalls zur Jagd gehört, ein schönes Stück Natur.

Wer die Jagd in der Zeit des Nationalsozialismus ausgeübt hat, ist nicht dokumentiert. Nach dem Ende des Krieges trat das Recht des Siegers in Kraft. Offiziere der Roten Armee schossen auf alles, was sich bewegte, es gab weder Rehwild noch Hasen. Selbst die Biber waren bis auf einen kleinen Rest verschwunden. Jedoch steht es uns zu, Kritik zu üben? Auch deutsche Soldaten und Offiziere haben in den besetzten Gebieten gejagt. Aber die Zeit heilt fast alle Wunden, der Rehwildbestand hat sich normalisiert. In der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik wurde das Jagdrecht vom Grundeigentum getrennt und unter der Prämisse: „Die Jagd gehört dem Volke“ jedem Staatsbürger zugänglich gemacht. Aber wie in sehr vielen Bereichen gingen Theorie und Praxis eigene Wege. Wie zu Zeiten der preußischen Monarchie fanden im Hasenwinkel um Barby Treibjagden statt, auf denen lediglich die Polit- und Parteiprominenz zugelassen war. Die Hochwildreviere in der Schorfheide unterschieden sich in keiner Weise von den Hofjagdrevieren früherer Zeiten. Der einzige Unterschied bestand darin, dass dem Grundeigentümer im Sozialismus keinerlei Recht auf eine Nutzungsentschädigung zustand.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Jagdrecht wieder an das Grundeigentum gebunden. Somit ergab sich eine neue Rechtslage und diese erforderte eine Neuorganisation des gesamten Jagdwesens.

Hase, Rebhuhn und Fasan leiden nach wie vor unter dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in der Landwirtschaft. Das Schwarzwild, in früherer Zeit in unserem Revier völlig unbekannt, bereichert, nicht unbedingt zur Freude der Landwirte, unseren Wildbestand. Zu Fuchs, Dachs und den beiden Marderarten haben sich in den letzten Jahren Waschbär und der aus Asien stammende Marderhund gesellt und stellen Niederwild und Jägerschaft vor neue Herausforderungen.

Die Jagdgenossenschaft

Bei einer Versammlung der Grundeigentümer im Herbst 1991 in der Gaststätte „Alte Schule“ in Randau wurde unter Leitung des damaligen Bürgermeisters Ralf Ahlheit aus Randau die Neugründung der Jagdgenossenschaft Calenberge beschlossen und ein Geschäftsführender Vorstand gewählt. Der Vorstand wurde beauftragt, das Jagdkataster zu erstellen und die Jagd öffentlich zur Verpachtung zum 1. April 1992 auszuschreiben. Die Jagd wurde ohne Ausschreibung zum oben genannten Termin verpachtet und wird seit diesem Datum von den Pächtern Florstedt und Lemme bejagt.

Auf der 8. ordentlichen Generalversammlung der Jagdgenossenschaft Calenberge am 28. Januar 2000 stellte sich der alte Jagdvorstand nicht wieder zur Wahl und gab sein Amt aus Altersgründen ab. Ein neuer Jagdvorstand wurde gewählt: Nach massiver Kritik an der Art und Form der Neuverpachtung im Jahre 2000 traten der erste Vorsitzende sowie der Kassenführer von ihren Ämtern zurück. Bei der Neuwahl des Jagdvorstandes am 27. September 2001 unter Leitung des Vorsitzenden der unteren Jagdbehörde, Herrn Dr. Ehmke, wurde ein neuer Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender ist Helmut Hesse, Schriftführerin Frau Margrit Peters aus Menz als Vertreterin der Kirchenländereien. Das Amt des Kassenführers bekleidet Gerd Marzinkowski.