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Cracau

Cracau, erstmals 1160 erwähnt, liegt auf zwei hochwasserfreien Sandinseln. Jungsteinzeitliche und slawische Funde belegen eine frühe Besiedlung. Das Dorf entstand am Handelsweg „Klusdamm“, der heutigen Potsdamer Strauße und Babelsberger Strauße. Nach der Zerstörung der ursprünglichen Kirche wurde 1661 auf dem Petersilienberg die Kirche St.Briccius errichtet. An dem alten Wehrturm, als Kirchturm genutzt, lehnt das Kirchenschiff an. In die Kirchenmauer sind zwei Kreuze eingelassen, bei denen es sich um Sühnensteine oder um Grabkreuze handelt.

Prester und Immanuelkirche

1828 wurde die baufällig gewordene Kirche Prester abgerissen und neu errichtet. Sie wird jedoch schon längst nicht mehr für Gottesdienste genutzt. Prester ist ein Straßendorf, welches schon früh eingedeicht wurde. Am südlichen Dorfrand steht auf einem Siedlungshügel das Turmgartenhaus, ein romanischer Wohnturm mit einem Wappen von 1520.

Bereits 1537 entstanden die ersten Wasserräder, die Magdeburg mit Trinkwasser versorgten. Es handelt sich um eine der ältesten Trinkwasserversorgungsanlagen Deutschlands. Das 1906 gebaute Schöpfwerk förderte Trinkwasser für das Wasserwerk Buckau, Die Wassergewinnung ist heute eingestellt. An dieser Stelle auf der Elbe befand sich einer der ersten Linienflugplätze Deutschlands. Hier landeten 1925 die Wasserflugzeuge der Fluglinienstrecke Dresden-Magdeburg-Hamburg.

Deichwesen

Die Bewohner der Elbaue versuchten schon immer sich durch Deiche und Schutzwerke vor den Hochwässern zu schützen. Die Sommerdeiche schützten insbesondere die landwirtschaftlichen Flächen, während die höheren, flussbegleitenden Deiche die Siedlungen ganzjährig schützen sollten. Der Hauptdeich wurde 1870 bis 75 gebaut. Den Deichbau und die aufwendige Unterhaltung regelten Deichwarte. Bei Hochwasser mussten alle Bewohner mit einfachen Geräten helfen, die schlimmsten Schäden zu verhindern. Erst mit der Entwicklung moderner Maschinen konnten diese Arbeiten erheblich vereinfacht werden.

Alte Elbe

Im Laufe der Zeit veränderte die Elbe häufig ihren Verlauf. Die Alte Elbe ist ein Relikt solch einer Flussbettverlagerung. Dieser Altarm bietet wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Für Biber ist die Alte Elbe mit den angrenzenden Biotopen der Weich- und Hartholzaue ein idealer Lebensraum. Fraßspuren finden sich an vielen Stellen entlang des Weges. Für den Schutz des Bibers und anderer seltener Tiere- und Pflanzenarten ist es erforderlich, derartige Lebensräume langfristig zu erhalten. Das Verhalten eines jeden einzelnen kann einen Beitrag hierzu leisten.

Gut Kulenhagen

Auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel stand einst das Gut Kulenhagen, von dem aus die Wälder und die landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaftet wurden. Der Siedlungshügel hebt sich deutlich von der Umgebung ab. Die nebenstehende alte Zeichnung vermittelt einen Eindruck von dem einst prächtigen Gut.

Nutzungsformen

Deutlich unterscheiden sich die Nutzungsformen vor und hinter dem Deich. Vor dem Deich finden sich ausgedehnte Weiden oder Mähgrünländer. Die ganzjährig bodenbedeckende Vegetation verhindert bei Überflutung die Bodenerosion. Hochwassergeschützte Bereiche hinter dem Deich werden intensiv ackerbaulich genutzt. Die Böden sind sehr ertragreich. Grabensysteme und Drainagen sorgen für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt.

Randau

Randau, erstmals 1236 urkundlich erwähnt, liegt geschützt auf einer Talsanddüne. Die Sage von der Weißen Frau und dem Randauer Raubritter wird vielen Magdeburgern bekannt sein. Von besonderer Schönheit ist das Randauer Gut mit seinem großen Park und den landschaftlichen Nebengebäuden. Die Dorfkirche mit alten Grabsteinen auf dem Kirchhof liegt direkt am Rand der Talsanddüne und ist schon von weitem aus sichtbar. Eine alte Maulbeerbaumhecke entlang des Weges erinnert an die spannende Geschichte der Seidengewinnung und der Seidenraupenzucht.

Streuobstwiesen

Das ganze Jahr über erfreuen wir uns an den Streuobstbeständen in der Landschaft. Die Blüten im Frühjahr, der Obstschmuck im Sommer und die schmackhafte Ernte im Herbst stellen für jeden Wanderer und Radfahrer einen besonderen Reiz dar. Auch für die Tier- und Pflanzenwelt sind derartige Bestände von besonderer Bedeutung als Lebensraum.

Klusdamm

Für den West-Ost-Handel war die Lebe eine schwer überwindbare Barriere. Mit dem Bau des Klusdamms konnte die Aue auch bei Hochwässern gequert werden. Erst im Zuge des Ausbaues der Berliner Chaussee und der Hauptdeiche verlor der Klusdamm an wirtschaftlicher Bedeutung. Heute finden sich an einigen Stellen Relikte des langen Dammes und seiner bis zu 40 Brückenkonstruktionen.

Umflutkanal

Bis ins 19. Jahrhundert wurde bei Hochwasser die Elbniederung bei Magdeburg regelmäßig überflutet. Erst der Bau des Umflutkanals und der Hauptdeiche konnte Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen vor den Überflutungen schützen. Der Kanal ist ca. 20 km lang und 450 m breit. Er nimmt bei Hochwasser bis zu einem Drittel des Elbwassers auf und führt es schnell nach Norden an Magdeburg vorbei. Insgesamt wurde der Kanal bislang 63mal geöffnet.

Pechau / Station Slawische Siedlung – Altes Dorf

Pechau ist ein typisches Elbdorf, welches 1998 sein 1050jähriges Jubiläum feierte. Der Ursprung des Dorfes geht auf die Slawenringburg zurück. Auf dem Gemeindehof Pechau findet sich eine Rekonstruktion von slawischer Bau- und Siedlungskultur, die besichtigt werden kann. Mitte des 12.Jahrhunderts wurde Pechau zerstört. Erst danach entstand der heutige Dorfgrundriss mit seinem großzügigen Straßenkreuz und der Ringstraße. Pechau ist ein Haufendorf mit vorwiegend Drei- und Vierseitenhöfen, die für das Magdeburger Land typisch sind.

Gierfähre

Nur durch die Fließgeschwindigkeit der Elbe wird die Gierfähre angetrieben. Eine Fahrt auf die Westerhüsener Elbseite lohnt sich. Vielleicht wird der Fährmann noch einiges über die Fähre zu berichten wissen. Die Fähre steht als bewegliches technisches Baudenkmal unter Denkmalschutz.

Station Naturschutzgebiet (NSG) Kreuzhorst

Die Kreuzhorst ist ein großer, zusammenhängender Auwald, der schon lange unter Naturschutz steht. Es finden sich in dem Wald viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Die kleinflächige Reliefierung bietet ein vielfältiges Mosaik von trockenen und feuchteren Bereichen. Im Uferbereich der Alten Elbe sind die Hart- und Weichholzaue typisch ausgeprägt.

Talsanddüne

Hier wird der natürliche Übergang von Talsandbereichen zur Aue besonders deutlich. Auf den hohen sandigen Bereichen finden sich Trockenrasen und Kiefernwälder, die in die Hart- und Weichholzaue übergehen. Der dichte Unterwuchs im Auwald deutet auf gute Nährstoff- und Wasserverhältnisse hin. Die Talsanddüne dagegen ist spärlich bewachsen, da die Wasser- und Nährstoffversorgung hier schlecht ist. Ursprünglich handelte es sich um Wanderdünen, die erst durch die Aufforstungen im 19. Jahrhundert festgelegt wurden.

Calenberge

Das relativ junge Dorf Calenberge war von Hochwassern besonders gefährdet. Die historischen Flurnamen der Gemarkung Calenberge deuten auf die Besonderheiten der Landschaft und ihre historische Nutzung hin. Zischen dem Dorf und der freien Landschaft gibt es eine Reihe ökologischer Wechselbeziehungen. Die Dorfkirche St. Georg ist in den letzten Jahren restauriert worden. Eine Besichtigung sollte man sich nicht entgehen lassen.

Schönfelder Haus und Steinzeitdorfanlage Randau

Auf der Randauer Talsanddüne, hoch über der Elbaue gelegen, zeugen Siedlungsfunde von einer frühen Besiedlung aus der frühen Steinzeit. Das Bild zeigt das Pfostenhaus und vermittelt einen Eindruck von der Lebensweise der Schönfelder Kultur. Durch viele fleißige Helfer und mit Unterstützung der Stadt Magdeburg wurde hier einer Dorfanlage errichtet, wir sie in der Steinzeit hier so oder ähnlich gestanden haben muss.