Das Naturschutzgebiet (NSG) „Kreuzhorst“

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Das Naturschutzgebiet (NSG) "Kreuzhorst"

Darstellung Fauna

Darstellung Flora

Größe: 282,25 ha

Codierung: NSG0016

Schutzziel: Erhaltung eines charakteristischen Auenwaldes mit seiner wertvollen Fauna und des Lebensraums des Elbebibers. 

Lage Das NSG (45 – 47 m ü. NN) befindet sich rechtselbisch im Süden von Magdeburg in der Niederung der Alten Elbe. Das NSG liegt im LSG „Mittlere Elbe“ und teilweise im FFH-​Gebiet „Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg“

 
Datenquellen: http://sg.geodatenzentrum.de/web_public/Datenquellen_TopPlus_Open.pdf Luftbilder2009 durch Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt 2015
 
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Beschreibung des Geländes

Das NSG wird von der Elbe durch einen Deich getrennt. Dadurch ist die Überflutung mit Hochwasser ausgeschlossen. Offene Wasserflächen sind selten geworden, weil sich die Altwässer der Elbe zum größten Teil im letzten Verlandungsstadium befinden.

Vegetation

Der größte Teil des NSG ist Hartholzauenwald. Die Baumschicht wird überwiegend von Stiel-Eiche (Quercus robur), Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior) und Ulme (Ulmus) gebildet. An den Waldrändern wachsen Wild- bzw. Holz-Birne (Pyrus pyraster) und Wild- bzw. Holz-Apfel (Malus sylvestris). Der typische Frühjahrsaspekt des Auenwaldes ist u.a. mit Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) und Wald-Goldstern (Gagea lutea) charakterisiert. Weite Teile der Altwässer der Elbe sind von der Tausendblatt (Myriophyllo) Teichrosen (luteae) – Gesellschaft (Myriophylleto-Nupharetum luteae) bedeckt.

Die Flachwasserbereiche werden fast vollständig vom Schmalblattrohrkolben -Röhricht (Typhetum angustifoliae) besiedelt.

Bemerkenswerte Vorkommen gibt es vom Schwimmfarn (Salvinia natans) und der Krebsschere (Stratiotes aloides). Die Fuchsschwanz-Wiese (Galio molluginis-Alopecuretum pratensis) ist auf Wiesenstandorten und in der Streuobstwiese zu finden. Eine bemerkenswerte Art in feuchten Senken ist Spießblättriges Helmkraut (Scutellaria hastifolia). Große Grünlandflächen sind infolge intensiver Bewirtschaftung artenarm und einige Bereiche werden auch ackerbaulich genutzt.

Fauna

Vertreter der Säugetiere im Wald sind Dachs (Meles meles), Baummarder (Martes martes), Iltis (Mustela putorius) und Waldspitzmaus (Sorex araneus). Zur artenreichen Vogelwelt gehören: Rot- und Schwarzmilan (Milvus milvus, Milvus migrans), Graureiher (Ardea cinerea), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Kleiber (Sitta europaea), Wald- und Gartenbaumläufer (Certhia familiaris, Certhia brachydactyla) sowie Pirol (Oriolus oriolus). Bemerkenswert ist auch das Auftreten des Hirschkäfers (Lucanus cervus) und des Heldbockes (Cerambyx cerdo). Die Altwässer sind der Bereich des Elbebibers (Castor fiber albicus) und der Wasserspitzmaus (Neomys fodiens).

Zu den charakteristischen Röhrichtbewohnern zählen Rohrweihe (Circus aeruginosus), Teich- und Drosselrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus, Acrocephalus arundinaceus) sowie Wasserralle (Rallus aquaticus). Am Ufer siedelt die Beutelmeise (Remiz pendulinus).

Die Wiesenbewohner sind u.a. Wendehals (Jynx torquilla), Neuntöter (Lanius collurio), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) und Zauneidechse (Lacerta agilis). Von den bisher nachgewiesenen 11 Fischarten sind Steinbeißer (Cobitis taenia) und Kaulbarsch (Acerina cernua) zu nennen.

Die Lurche sind Rotbauchunke (Bombina bombina), Laubfrosch (Hyla arborea), Kammmolch (Triturus cristatus) und als Vertreter der Kriechtiere kommt die Ringelnatter (Natrix natrix) vor. Die Insektenfauna ist mit zahlreichen Schmetterlings-, über 60 Wasserkäfer- und 25 Libellenarten vertreten. Die Libellen Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus), Südliche Mosaikjungfer (Aeshna affinis) und der vom Aussterben bedrohte Spitzenfleck (Libellula fulva) sind besonders hervorzuheben.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Gebietszustand ist gut. Durch Schafbeweidung der Wiesen könnte er noch verbessert werden. Das NSG liegt teilweise im FFH-Gebiet „Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg“.