Kulturdenkmal Schloss Randau wird zum Schandfleck

07.06.2020 von Michaela Schröder für Volksstimme.de

Das Randauer Schloss am Ortsrand steht seit vielen Jahren leer. 1993 verkaufte die Gemeinde das teilsanierte Schloss. Mehrere Investoren hatten sich an Projekten vom Schulungszentrum bis hin zum Hotel mit Golfplatz versucht, nichts davon wurde dauerhaft realisiert. 1999 ersteigerte die jetzige Eigentümerin das Objekt. Von großen Projekten war einst die Rede. Vor dem Gebäude haben Unbekannte ein veraltetes Zu-Verkaufen-Schild hingestellt. | Fotos: Michaela Schröder

Das oft als Schloss bezeichnete Gutshaus in Magdeburg-Randau scheint dem Verfall preisgegeben. Jetzt gibt aber wieder Hoffnung.

Magdeburg | Die klassizistische Fassade lässt nur vermuten, wie schön das Gutshaus in Randau einst war. Von einem der prachtvollsten Gebäude hat sich das Schloss zu einem Schandfleck gewandelt – zum Bedauern der Randauer.

Ein wenig Hoffnungsschimmer verbreitete Anfang 2020 ein Antrag der Magdeburger Stadträte Oliver Müller (Fraktion Die Linke) und Carola Schumann (Fraktion CDU/FDP). Darin wird die Stadt gebeten, Kontakt zur Eigentümerin des seit Jahrzehnten mehr und mehr verfallenden Kulturdenkmals aufzunehmen mit dem Ziel, mehr über den Bauzustand sowie Pläne zur weiteren Entwicklung zu erfahren. Denn der Verfall sei aus Sicht der beiden Mitglieder des Kulturausschusses ein unhaltbarer Zustand.
 
Bürgermeister bittet um Unterstützung
 
Der Ausschuss hatte bei seiner Sitzung in Randau bereits 2019 über diesen Sachverhalt diskutiert und mit dem Ortsbürgermeister von Randau-Calenberge gesprochen. Günther Kräuter bat damals die Ausschussmitglieder darum, ihn bei
seinen Bemühungen um die Zukunft dieses historischen Herrenhauses zu unterstützen.Eine Stellungnahme der Stadtverwaltung zum Vorstoß der beiden Stadträte blieb bislang aus. Magdeburgs Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann wollte den Kulturausschuss eigentlich bereits im Mai informieren, doch bislang war das Schloss nicht auf der Tagesordnung.Der Volksstimme liegt jedoch die Information vor, dass der Fachbereich Finanzservice sich seit längerer Zeit mit der Eigentümerin in Gesprächen und Verhandlungen befindet. Da private Dritte betroffen seien, wollte sich die Stadt dazu nicht auf Volksstimme-Nachfrage äußern.
 
2500 Euro im Jahr
 
Unbeantwortet blieb auch, ob die Stadt immer noch in regelmäßigen Abständen im Rahmen der sogenannten Ersatzvornahme den Gehweg vor dem Privatgrundstück reinigen lässt. 2017 erklärte die Verwaltung noch, dass die Stadt die Straßenreinigung zwei- bis dreimal pro Jahr vornimmt. Dadurch entstünden der Stadt Kosten in Höhe von jeweils rund 2500 Euro, die als Grundschuld im Grundbuch eingetragen werden. Auch die Gefahrenabwehrbehörde hatte in den vergangenen Jahren wiederholt kleinere Sicherungsmaßnahmen zur Herstellung der Verschlusssicherheit des Schlosses Randau durchgeführt.Die Eigentümerin wollte sich gegenüber der Volksstimme ebenfalls nicht zum Sachverhalt äußern.Ein großer Wunsch der Randauer ist es, dass die Stadt das Objekt übernimmt. „Es wäre schön, wenn das Gebäude als
Landschulheim genutzt würde“
, erklärt Günther Kräuter auf Nachfrage. Zudem berichtet der Ortsbürgermeister, dass sich regelmäßig Kaufinteressenten bei ihm melden. Er vermittle dann den Kontakt zur Eigentümerin. Mehr könne er nicht
machen.

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