Pressekonferenz der Landesregierung: Sachsen-Anhalt lockert Corona-Regeln vorerst nicht

20.10.2020 mdr aktuell

In Sachsen-Anhalt wird es keine weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben. Das hat die Landesregierung am Mittwoch bekanntgegeben. Die geplanten Lockerungen für Diskos und Clubs werden damit vorerst zurückgestellt. Wirtschaftsminister Willingmann kündigte Hilfen für Clubbetreiber an.

In Sachsen-Anhalt wird es vorerst keine Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben. Das gab die Landesregierung am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt. Wie die Minister bereits in der vergangenen Woche angekündigt hatten, bleiben Diskotheken und Clubs damit weiter geschlossen. An Veranstaltungen, auch im Sport, dürfen in geschlossenen Räumen weiterhin maximal 500 Personen teilnehmen. Im Außenbereich sind bis zu 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlaubt.

Die angekündigten Lockerungen werden laut den Ministern erst wirksam, sobald sich die „Zahl der Neuninfektionen deutlich vermindert hat“. In der kommenden Woche soll die veränderte achte Corona-Verordnung in Kraft treten.

Vergleichsweise wenig Corona-Infektionen

Nach Aussagen von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) befindet sich die Pandemie in Sachsen-Anhalt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Diese Situation sei auch der Bevölkerung zu verdanken. Der Wert, der die Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche angibt, liegt für ganz Sachsen-Anhalt aktuell bei 17,8.

Gleichzeitig verwies Haseloff auf das Jerichower Land und den Burgenlandkreis, die den kritischen Stellenwert inzwischen überschritten haben. Die Ausbrüche im Jerichower Land konnten dort jedoch schnell lokalisiert werden.

Hilfen für Clubbetreiber geplant

Weiter wurde mitgeteilt, dass Unternehmen unterstützt werden sollen, die durch die ausgesetzten Lockerungen Nachteile haben. Dafür wird laut Wirtschaftminister Armin Willingmann (SPD) ein Hilfsprogramm aufgelegt. Dieses soll dem Minister zufolge „möglichst unbürokratisch“ sein und sich an Betreiberinnen und Betreiber von Clubs und Diskotheken sowie Ausrichter von Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern richten. Willingmann geht von Fördermitteln von sechs bis 13 Millionen Euro aus. Das Wirtschaftsministerium will das genaue Programm in dieser Woche erarbeiten. Dann wird entschieden, ob auch Tourismus-Unternehmen davon profitieren.

Beschluss von Bund und Ländern zu Corona-Maßnahmen

Am vergangenen Mittwoch hatten sich Bund und Länder auf einheitliche Regeln verständigt, um den zuletzt starken Anstieg der Coronavirus-Infektionen zu dämpfen. Demnach sollen regional strengere Maßnahmen bereits greifen, sobald die Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erreicht wird. Darunter fallen, je nach Lage, eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern und Sperrstunden für die Gastronomie.

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