Die neuen Corona-Regeln: Das gilt ab Montag in Sachsen-Anhalt

Stand: 04. März 2021, 10:51 Uhr

Shoppen mit Termin, offene Kosmetikstudios, Öffnung von Museen und Gedenkstätten: Sachsen-Anhalt trägt die Beschlüsse aus den Bund-Länder-Beratungen zu den Corona-Maßnahmen mit. Das hat die Landesregierung am Donnerstag beschlossen. Weitergehende Pläne soll es in der kommenden Woche geben.

Neun Stunden hat die Schaltkonferenz zwischen Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel gedauert. Sie hatten am Mittwoch bis tief in die Nacht besprochen, wie es in der Corona-Pandemie weiter geht. Jetzt steht fest: Formal wird der Lockdown bis zum 28. März verlängert. 

Dennoch gibt es Lockerungen:

Ab Montag darf sich ein Haushalt mit einem zweiten Haushalt mit bis zu fünf Personen treffen. Die genaue Personenzahl will das Land noch festlegen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Bisher ist nur ein Hausstand plus eine weitere Person erlaubt. Zudem regelt ab Montag ein Fünf-Stufen-Plan schrittweise Öffnungen für Handel, Sport und Kultur. Sachsen-Anhalt trägt diesen Plan mit. Das hat die Landesregierung am Donnerstag entschieden.

Demnach dürfen am Montag auch Kosmetik-, Nagel- und Tattosstudios öffnen. Kunden müssen sich aber vorher anmelden. Das gilt auch beim Shoppen, das ab Montag unter dem Motto „click and meet“ wieder mit Termin möglich ist. Auch Museen, Gedenkstätten und Galerien können wieder für Publikum öffnen. Dafür muss aber vorab ein Ticket gekauft werden.

Der Fünf-Stufen-Plan ist abhängig von Inzidenzen und ihrer Dauer. Die Stufen können jeweils im Abstand von 14 Tagen greifen. Von der zuvor viel diskutierten 35er-Inzidenz ist in dem Beschluss nichts mehr zu lesen. Als Maßgabe wird nun eine Inzidenz von 50 genannt. Möglich sind Öffnungsschritte aber auch bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 – dann jedoch mit strengeren Regeln, etwa Voranmeldungen oder Tests. Theater, Kinos und Außengastronomie sind beispielsweise theoretisch ab dem 22. März möglich.

Die Zahl der Haushalte, mit denen eine Familie Kontakt hat, soll noch immer möglichst klein gehalten werden. Hier kommt dann doch wieder die 35er-Inzidenz ins Spiel: Wird sie unterschritten, dürfen sich insgesamt drei Haushalte mit bis zu zehn Personen treffen. Kontakte vermeiden gilt aber weiterhin.

Einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche soll ab Montag jeder in einem Testzentrum machen lassen können. Das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler sollen mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Präsenzwoche angeboten bekommen. Den Mitarbeitern von Unternehmen, die nicht im Homeoffice arbeiten, sollen die Arbeitgeber mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche ermöglichen.

Das Impftempo soll erhöht werden. Deswegen werden ab Ende März oder Anfang April auch die Hausärzte mit dem Impfen gegen das Coronavirus beginnen. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerium hat am Donnerstag eine entsprechende Pressemitteilung herausgegeben. Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis soll auf das Maximum ausgereizt werden.

Bund und Länder haben sich auf eine Notbremse bei einer Inzidenz von 100 oder höher geeinigt. Sachsen-Anhalt geht diese Regelung mit. Steigt in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt die Corona-Inzidenz, soll regional reagiert werden. Darauf hat die Landesregierung am Donnerstag hingewiesen. Wenn also in einem Landkreis die Inzidenz den Wert von 100 übersteigt, werden nur dort Lockerungen zurückgenommen. In anderen Landesteilen soll sich dadurch nichts ändern. Generell ausgenommen von Einschränkungen sind die Bereiche, die seit dem 1. März wieder geöffnet sind.

Die Landesregierung will – wie im vergangen Jahr auch – die langfristige Planung im Sachsen-Anhalt-Plan festschreiben. Laut Ministerpräsident Haseloff sollen am kommenden Dienstag weitere Schritte besprochen werden. Haseloff sprach von einem Plan bis zum Jahresende.

Die Übersicht zeigt verschiedene Öffnungsoptionen und Regeln, in Abhängigkeit von Inzidenzen. Bildrechte: Bundesregierung
Nächste Bund-Länder-Beratungen am 22. März

Neben den Plänen für die kommenden Wochen soll am 22. März bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen das weitere Vorgehen besprochen werden. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) haben angedeutet, dass sie sich vorstellen können, Urlaub im eigenen Bundesland zu erlauben. Haseloff nannte als Beispiele Ferienwohnungen oder Camping. Willingmann sagte, mit Urlaub im eigenen Land habe Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht.