Aktuelle Impfverordnung

Wer wird wann geimpft? Das ist die Reihenfolge bei der Corona-Impfung

Stand: 01. März 2021, 13:58 Uhr

(c) Bundesregierung

Seit dem 8. Februar gilt die aktuelle Impfverordnung in Deutschland. Sie regelt die Impf-Reihenfolge, gestaffelt nach Prioritäten. Durch einen Beschluss vom 22. Februar rutschen Lehrer und Erzieher nun weiter nach oben. Bayern und Sachsen fordern das auch für Menschen, die in sogenannten Corona-Hotspots leben. BRISANT erklärt, wer zuerst geimpft wird.

Weil das Vakzin von Astrazeneca in Deutschland nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen wird, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Impfverordnung aus dem Dezember überarbeiten lassen. Die bisherige Regelung hatte sich ohnehin nur auf den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer bezogen.Die Verordnung, mit der bestimmte Krankheitsbilder in der Rangfolge nach oben rutschen, ist am 8. Februar in Kraft getreten. Sie regelt die Reihenfolge bei den Corona-Impfungen – und unterteilt die Menschen, die zuerst geimpft werden können, in drei Gruppen: höchste, hohe und erhöhte Priorität.

Dazu gehören weiterhin alle Menschen über 80.

Außerdem sollen in folgenden Gruppen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna an Menschen ab 65 sowie der Impfstoff von AstraZeneca an die Jüngeren verabreicht werden: Pfleger in stationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten sowie Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen, in denen ein sehr hohes Ansteckungsrisiko besteht, sind zuerst dran.

Dazu gehören Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste und Impfzentren. Auch wer Menschen behandelt oder pflegt, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion besteht, gehört in diese Gruppe. Dies gilt insbesondere für die Onkologie oder Transplantationsmedizin.

Nach dem Alter gestaffelt werden an zweiter Stelle Menschen über 70 geimpft.

Darüber hinaus ist die mRNA-Impfung für über 65-Jährige und die AstraZeneca-Impfung für Jüngere hier folgende Gruppen vorgesehen: Menschen mit Trisomie 21 und Patienten nach einer Organtransplantation.

Auch Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung, mit einer psychiatrischen Erkrankung wie bipolare Störung, Schizophrenie und schwere Depression gehören dazu sowie Menschen mit bestimmten Blutkrankheiten.

Schließlich zählen zur zweiten Gruppe solide Tumorerkrankungen, schwere chronische Lungenerkrankungen, bestimmte Fälle von Diabetes, chronische Leber- und Nierenerkrankungen und schweres Übergewicht (Body-Mass-Index über 40).

Außerdem können pflegebedürftige Menschen ab 80 Jahren und Schwangere jetzt zwei enge Kontaktpersonen benennen, die mit hoher Priorität geimpft werden.

Zudem gehören Betreuer geistig oder psychisch behinderter Menschen sowie Ärzte und Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt in diese Gruppe. Auch bei Polizei- und Ordnungskräften, die etwa wegen des Einsatzes bei Demonstrationen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, besteht ein Impf-Anspruch mit hoher Priorität – sowie für Soldaten, die bei einem Auslandseinsatz einem hohen Infektionsrisiko eingesetzt sind.

Neu hinzu kommen Lehrer an Grund- und Förderschulen sowie Erzieher. Darauf haben sich Bund und Länder am Montag (22.02.) auf der Gesundheitsministerkonferenz verständigt. Die beiden Berufsgruppen waren zuvor in Prioritätsgruppe drei.

In diese Gruppe gehören alle ab 60, es wird ansonsten nicht mehr zwischen Präparaten und Altersgruppen unterschieden. Außerdem sind hier Menschen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder Rheuma, Patienten mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronaren Herzkrankheiten oder Bluthochdruck erfasst.

Auch wer an einer chronischen neurologischen Erkrankung oder Asthma leidet, gehört dazu. Schließlich sind entzündliche Darmerkrankung und andere Fälle von Diabetes mellitus erfasst – sowie Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index über 30.

Schließlich gehören in die dritte Gruppe auch Mitarbeiter staatlicher Einrichtungen wie Bundestag, Regierungen und Verwaltungen, Beschäftigte bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich Technisches Hilfswerk und in der Justiz.

Auch wer in einer Apotheke, in der Pharma- oder Ernährungswirtschaft, der Wasser- und Energieversorgung, der Abfallwirtschaft oder im Transport- und Verkehrswesen tätig ist, gehört in diese Gruppe. Schließlich sind Mitarbeiter des Lebensmittel-Einzelhandels, sowie Menschen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen.

Alle anderen Menschen bat der Minister um Geduld. „Ich bitte Sie darum abzuwarten, bis auch Sie an der Reihe sind.“ Spahn: „Der Winter wird noch lang, wir werden noch längere Zeit mit diesem Virus leben müssen.“ Anspruch auf die Impfung haben alle Menschen mit Wohnsitz oder längerfristigem oder regelmäßigem Aufenthalt in Deutschland.