Ab März: Sachsen-Anhalt will auch Baumärkte, Gärtnereien und Fahrschulen öffnen

Stand: 24. Februar 2021, 07:47 Uhr

Beschluss der Landesregierung:

Friseure, Schulen und Kitas dürfen ab kommender Woche wieder öffnen – nun hat die Landesregierung weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie beschlossen. Sie sehen vor, dass ab 1. März auch Baumärkte oder Gärtnereien wieder öffnen dürfen. Das betrifft auch Fahrschulen. Zudem hat das Land eine ausführliche Öffnungsstrategie vorgelegt.

Baumärkte, Blumenläden und Fahrschulen dürfen ab Montag öffnen

In Sachsen-Anhalt soll es in der kommenden Woche weitere Öffnungen geben. Das hat die Landesregierung am Dienstag beschlossen. Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, sollen ab 1. März Baumärkte, Gärtnereien, Garten- und Blumenmärkte sowie Fahr- und Flugschulen wieder öffnen dürfen. Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sprach von einem wichtigen Signal in Richtung „etwas mehr Normalität in der Pandemie“.

Nach Informationen von Dienstagnachmittag sollen Spitzensportler wieder trainieren dürfen. Damit wolle die Landesregierung die Chancen wahren, „wieder Weltmeisterschafts- und Olympiamedaillen zu erringen“, sagte Haseloff. Neben den allgemeinbildenden Schulen sollen deshalb auch Sportschulen wieder öffnen dürfen.

Land legt konkreten Fahrplan für weitere Lockerungen vor

Über weitere Öffnungen in den kommenden Wochen soll in einem „Sachsen-Anhalt-Plan“ entschieden werden. Die Landesregierung hat dazu zahlreiche Vorschläge gemacht, die nun an Verbände, gesellschaftliche Träger und kulturelle Einrichtungen gehen. Sie sind aufgerufen, die Pläne bis Freitag, 12 Uhr, zu kommentieren und der Landesregierung Rückmeldung zu geben. Diese Rückmeldungen fließen wiederum in den „Sachsen-Anhalt-Plan“, der am kommenden Dienstag beschlossen und von Regierungschef Haseloff am Mittwoch in der Konferenz der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin vorgestellt werden soll.

Alle Öffnungen sind an einen Stufenplan geknüpft, sagte Staatskanzlei-Chef Rainer Robra (CDU) am Dienstag. Bevor die Inzidenz nicht fünf Tage unter 50 liege, seien weitere Öffnungen nicht geplant. Die Inzidenzen blieben ein wichtiger Anhaltspunkt bei weiteren Lockerungen. Das Land will aber auch berücksichtigen, wie die Lage auf den Intensivstationen ist und wie die Impfungen vorangehen.

  • Um den ersten Schritt zu erreichen, ist Robra zufolge nötig, dass die Inzidenz fünf Tage lang stabil unter 50 Dann soll der Einzelhandel bis zu zwei Kunden empfangen dürfen, wenn sie sich vorher angemeldet haben. Auch Museen, Gedenkstätten und Musikschulen sollen dann wieder geöffnet werden.
  • Wenn die Inzidenz fünf Tage unter 35 liegt, sollen dem Plan zufolge weitere Lockerungsschritte erfolgen – etwa die komplette Öffnung des Einzelhandels und der Gastronomie unter strengen Hygienebedingungen. Auch Theater, Kinos oder Konzerthäuser sollen in diesem Fall wieder öffnen, allerdings maximal 250 Gäste empfangen dürfen.
  • Ein dritter Schritt soll den Plänen zufolge greifen, wenn die 7-Tage-Inzidenz drei Wochen am Stück unter 35  Dann ist geplant, dass sich Hausstände wieder mit bis zu 15 weiteren Personen treffen können, sagte Robra. Auch Bars dürften dann wieder öffnen.
  • Wenn die Inzidenz insgesamt sechs Wochen unter 35 liegt, sollen Kontaktbeschränkungen komplett wegfallen.

Ministerpräsident Haseloff sagte, die Menschen bräuchten nach den langen Wochen des Lockdowns neue Motivation. Der Regierungschef betonte, dass der „Sachsen-Anhalt-Plan“ keine konkreten Daten vorsehe. Haseloff sprach von einem „Drehbuch“. Der Film könne wie geplant ablaufen, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Der Regierungschef bekräftigte erneut, beim Blick auf mögliche Reisen zu Ostern nichts ausschließen zu wollen. Klar sei aber, dass zunächst Ferien im eigenen Land realistisch seien.

Entwurf für weitere Lockerungen in Sachsen-Anhalt

Stufe 1: Inzidenz fünf Tage unter 50

Treffen mit maximal fünf weiteren Personen im öffentlichen Raum möglich, Öffnung von Planetarien, Museen oder Bibliotheken, Öffnung von Campingplätzen, Tattoostudios, „Click and Meet“ im Einzelhandel mit maximal zwei Kunden im Laden, Kinder- und Jugendsport erlaubt*

Stufe 2: Inzidenz fünf Tage unter 35

Öffnung der Läden im Einzelhandel, Kongresse oder Meetings mit bis zu 250 Teilnehmern möglich, Öffnung von Theatern, Konzerthäusern und der Gastronomie, Öffnung von Freizeitparks und Spielhallen, außerdem Wegfall der Begrenzung der Besucherzahl in Pflegeeinrichtungen, Öffnung von Fitness- und Sportstudios*

Stufe 3: Inzidenz drei Wochen unter 35

Öffnung von Bars, Wegfall besonderer Abstandsregeln für Chöre, Busreisen wieder gestattet, Öffnung von Prostitutionsstätten, Aufenthalt im öffentlichen Raum mit maximal 15 weiteren Personen erlaubt*

Stufe 4: Inzidenz sechs Wochen unter 35

Kulturelle Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 1.000 Personen erlaubt, in geschlossenen Räumen mit bis zu 500 Personen, für private Treffen sollen zudem Kontaktbeschränkungen entfallen. Im Einzelhandel sind keine Zugangsbeschränkungen für größere Einrichtungen ab 800 Quadratmeter geplant, Sportveranstaltungen dürfen mit Hygienekonzept von bis zu 1.000 Zuschauer im Freien besucht werden*

*Auswahl